1930 arbeiten deutschen Orientalisten mit der völlig unzureichenden Flügel-Ausgabe, die weder einer bestimmten Lesung folgt2, noch éine Handschrift (plus Korrekturen aus anderen) wiedergibt, die auch keine Rechenschaft über ihre Komposition ablegt; Text und Verszählung sind willkürlich. Die König-Fuʾād-Ausgabe war besser, auch besser als ältere Ausgaben, nach osmanischen Muster (hier die Fatiḥa eines Būlāqer Typendrucks 1299/1882). Dass im ausführlichen Nachwort die Richtlinien der Ausgabe sowie die Namen der Herausgeber genannt wurden, gab es vorher nur bei Muḫallalātī. (s.u.) „Quelle für den Konsonantentext sind … nicht Koranhandschriften, sondern die Literatur über ihn; er ist also eine Rekonstruktion, das Ergebnis einer Umschreibung [des bekannten Textes] in die alte Orthographie“ – so Bergsträßer.
Der Herausgeber war kein Kalligraph sondern Ägyptens oberster Koranleser; er zog bekannte Werke zu Schreibung, Punktierung und Vokalisierung heran; die Gliederung in ǧuz und ḥizb sowie die maġrebinische Schreibung der Langvokale übernahm er von al-Muḫallalātī, die Pausenzeichen schuf er selbst.
Neuwirth schreibt: der „verschriftlichte[] Korankodex, muṣḥaf, [wurde] durch … Überlieferung durch die Jahrhunderte weitertradiert …, um schließlich im letzten Jahrhundert, im Jahre 1925, in die Form eines gedruckten Textes einzugehen."
Während die Lautgestalt wohl durch die Jahrhunderte von Lehrer zu Schüler weitergereicht wurde, geschah das (in Ägypten) nicht mit dem Kodex. Die KFA basiert angeblich weder auf alten, noch auf jungen Manuskripten, sondern auf dem auswendig gewussten Text und Werken andalusischer Gelehrter. Oder schlicht auf marokkanischen Ausgaben ohne die Warš-Eigenheiten.
Das Nachwort erwähnt die Quellem für Vokalisierung, Verszählung, die liturgischen Abschnitte, der Angaben ob mekkanisch oder medinensisch (und allgemein der Chronologie der Offenbarung), den Pausen und den Niederwerfungen, wobei bei Verzählung und Abschnitten auf Abū ʿĪd Riḍwān al-Muḫallalātī verwiesen wird, bei den Pausen auf Muḥammad b. ʿAlī b. Ḫalaf al-Ḥusainī, also auf den Herausgeber.
Schließlich werden die Zeichen erklärt:
Kreis für Buchstaben, die immer zu ignorieren sind, Oval = nur in Pause zu sprechen, Klein-ḥa/ḫa/ǧīm ohne Punkt und Schwanz für ǧazm/Sukūn
und vor allem, wann das ǧazm-Zeichen weggelassen wird, wann auf den nächsten Buchstaben ein Šadda kommt, also wie (Halb-)Assimilation markiert wird.
Hierbei folgt Kairo1924 100% der Praxis Marokkos, ohne eine Autorität oder eben die eingeführte Praxis des Westens zu erwähnen.
Desgleichen beim tanwīn: es gibt außer dem normalen tanwīn (bei izḥār) ein sequentiell versetztes (bei idġām und iḫfāʾ) ein inqilāb tamwīm vor bāʾ: alles 100% wie in Fāz (ohne jede Erkärung der Herkunft).
Auch der nächste Punkt ist ein Switch/ein Wechsel von der indischen/persischen/osmanischen Praxis zur andalusisch/maġribinisch/afrikanischen: Während Indien außer sukūn und den drei (kurzen,normalen) Vokalzeichen (fatḥa, kasra, ḍamma) auch noch drei lange Vokalzeichen ( خڑی زبر ḫarī zabar /ā/ stehendes fatḥa, ulta zēr /ī/ gedrehtes kasra, ulta peš /ū/ gedrehtes ḍamma) hat, hat Marokko und hat die KFA nur drei (Kurz-)Vokalzeichen, die durch ḥurūf al-madd (alif, wau, yāʾ) gelängt werden. Kommt kein solcher Vokal-Buchstabe im rasm, wird ein Klein-Buchstabe eingefügt. Wie die verschiedenen tanwīns wird dies im Anhang (auf Seiten ك ى ) erklärt, aber nicht gesagt, wem man darin folgt. Es ist schlicht die Sicht der arabischen Grammatiker, die von ḥaraka und ḥarf al-madd sprechen, einer Praxis, die der Maġrib immer befolgt hat, Indien aber (unter Einfluß der Mātrā-Schreibung in Sanskrit ?) aufgab. Hier wie meist folgt al-Ḥaddād einem Fāz-Druck.
Die KFA geht soweit, /ʾallah/ statt /ʾallāh/ zu schreiben, auch hier Marokko folgend.
Es gibt maġribinische Mäglichkeiten /allāh/ zu schreben, der Mġrib tut es aber nicht. Und al-Ḥaddād schreibt es auch falsch.
Die KFA ist ein ḥafṣierter Fāz-Druck mit zwei Ausnahmen: das Sukūn wird in drei Zeichen differenziert (siehe oben) und den drei Punkte bei alif-waṣl die zeigen, mit welchem Vokal einzusetzen ist, wenn doch hier zu lesen angefangen wird – diese feine Sache übernimmt er nicht, das tut erst der Muṣḥaf Wāṯiqullāh Brunais, der die drei Punkte (in grün) dem Schriftzug von ʿUṯmān Ṭaha hinzufügt.
Außer bei der Lesung (Ḥafṣ), der Verszähung (Kūfī), den Pausen (Saǧawandī, zusammengestrichen von al-Ḥaddād), der ḥizb-Einteilung (nach al-Muḫallalātī) folgt KFA in allem Marroko, beim rasm halb eingestanden (nämlich angeblich nach Abū Dāʾūd Ibn Naǧāḥ, was aber nicht 100% stimmt) und in vielen Einzelheiten ohne es zu sagen, was für mich ein Indiz dafür ist, dass al-Ḥaddād schlicht abgeschrieben hat ‒ etwa ءادم statt اٰدم , die Anahme, dass am Ende der Sure gleich die nächste rezitiert wird, dass es weder nūn quṭni noch izḥār nūn gibt, dass die Kürzung von Vokalen vor Doppelkonsonanz bewusst nicht notiert wird, dass kasra das Hamza-Zeichen (anders als in Istanbul) nach unten zieht, dass Assimilation sorgfältig notiert wird.
Einige Eigenheiten der KFA gehen wohl auf Hifn Bey Naṣīf zurück, der wollte, dass Schüler an staatlichen Schulen (und nicht nur solche von islamischen) damit zurecht kommen:
Wortabstand, klare Grundline (sprich keine Stapelligaturen, keine Knuddelmīm – etwa unter lām) und vor allem die Platzierung von Vokalzeichen (und šadda und madda) genau über oder unterm dem Buchstaben, zu dem es gehört.
Man hält sich heute beim Buchstabengerüst in Libyen, Indonesien und Iran eher an Abū ʿAmr ʿUṯmān ibn Saʿīd ad-Dānī (gest. 444/1053), während Marokkaner und Ägypter seinem Schüler Abū Dāʾūd Sulaiman Ibn Naǧāḥ al-Andalusī (gest. 496/ 1103) oder Abu ʿAbdallah Muḥ. ibn Muḥammad al-Ḫarrāz (gest. 718/1318) folgen. Als Standard taugt die Ausgabe nicht, weil sie Fehler hatte (der wichtigste in den Augen der Herausgeber der neuen KFA von 1952 düfte كلمة für كليمت an 7:137 sein.
Für das KFC in Madina ist der wichtigst Fehler wohl falschen fatḥatan. Statt die beiden verschobenen fatḥas von innen nach außen (bei von rechts nach links) zu setzen, haben die Drucker einfach das (korrekte) kasratan (das von innen nach außen gesetzt ist) nach oben verschoben, wo es komplett falsch ist.)
Während der Zweitdruck des großen KFA (19 x 27 cm) (bis auf den Prägestempel) unverändert ist, weisen die alle kfas (10,6 x 16,7 cm) Korrekturen, Änderungen auf:
zuerst wurden den Namen und Funktionen der Unterzeichner auf den Seiten س und ف durch Unterschriften und Siegel ergänzt und auf Seite ف, der خاتمة, wurde das Wort "ʾaṣl" ergänzt (siehe unten);
später wurde auf Seite س zusätzlich das Zeichen س/sakta erklärt.
Noch später gab es die einzige Veränderung im Text: 73:20 wurde /allan/ ان لن geschrieben statt الن .
ًschließlich wurde auf Seite ا neben dem König auch der Thronfolger erwähnt.3
1952 erschien ein „Zweitdruck“ (in Wirklichkeit eine NeuEdition mit fast tausend Änderungen): Einige Korrekturen (etwa das Berücksichtigen der Basmala beim Surenübergang) waren namhaft gemacht4, aber von „mehr als achthundert“ Änderungen der Pausenzeichen war nur pauschal die Rede; in den Surentitelboxen sind die Angaben zur Chronolgie der Offenbarung getilgt, wohl wegen der Uneinigkeit darüber.
Es fällt auf, dass der Schriftzug keine Lücken aufweist, wie sie früher zu sehen sind, seien sie in Leiden, Leipzig, St. Petersburg, Kazan oder Būlāq gesetzt. Dies wurde nicht nur von Theodor Adel Khoury und Alan Adrian Brockett, sondern auch von Zeitgenossen missdeutet: Sie glaubten eine Handschrift vor sich zu haben. Um diesem Missverständnis keinen Vorschub zu leisten, wurde 1925 ﻮﻫو الذى كتب بخطِه im Nachwort zu وهو الدى كتب أصل بخطِه : Muḥammad ibn ʿAlī ibn Ḫalaf al-Ḥusainī al-Ḥaddād al-Ǧirǧāwī aṣ-Ṣaʿīdī al-Malikī (1282/1865-19. Dhū l-Hiddscha 1357 / 9. Februar 1939 schrieb nicht die Druckvorlage, sondern nur die Vorlage, nach der gesetzt wurde – gedruckt wurde nicht nach dem Hochdruckverfahren in Būlāq, sondern im Grundbuchamt, Gizeh mit Offset-Druckplatten. Fugen gab es keine, weil niegelnagelneue Typen verwendet wurden. Für die Druckplatten kamen Vokal- und Pausenzeichen, šadda, madda, Ersatzalif, tanwīn hinzu; vor Anfangs-Kāf, nach Wau, Raʾ/Zai wurde manchmal der Abstand vermindert. Um einen Typendruck 5 kann es sich schon deshalb nicht handeln, weil kasra im End-ǧīm sitzt und kleine sīn über- und untergesetzt wurden. Es war ein zweistufiges Verfahren: Typensatz, Offsetdruck.
Tom Milo 6 hätte es gern höfisch osmanisch, ohne Streckstrich zwischen lām und yāʾ (oder nūn). Doch G24 folgt dem Geist der Zeit: Wortabstand, Grundlinie und eindeutige Leserichtung: Was zuerst zu sprechen ist, muss rechts stehen; nicht weil es technisch schwierig wäre, für l-lāʾī ein Stapelmonster zu schaffen, sondern weil es unübersichtlich ist, wählen sie die gestreckte Variante. Nach der Russischen Revolution suchten nicht nur Turkvölker nach einfachen Schriften, für Georgisch und Hebräisch wurden Groß- und Kleinbuchstaben diskutiert. Etwas später lobte die Kairiner Akademie für die arabische Sprache einen Preis für eine Schriftreform aus. Die Herausgeber verzichteten nicht nur auf Ligaturen aus dem Setzkasten der Amīrīya sondern auch auf die ṣād-ḥāʾ-Ligatur, obwohl sie breit genug war, beide Vokalzeichen zu platzieren (nāṣib von links: KFA, Setzkasten, UT1, UT2). Wer an den alten Buchstaben festhielt, wollte es wenigstens linear, mit klarer Reihenfolge.
Bergsträßers Überschwang beruhte nicht nur auf der Ausgabe, die er kannte (der Flügel’schen), sondern auch darauf, dass er viele nicht kannte: Während französische Orientalisten maghrebinische Drucke und britische indische kannten und schätzten, konzentrierten sich deutsche auf das osmanische Reich und Persien, wo es keine Standards gab, die es mit dem indischen und dem maghrebinischen hätten aufnehmen können, gefestigte Ausgaben, die – anders als die osmanischen und persischen – an der defektiven Orthographie festhielten. Weil Bergsträßer maghrebinische nicht kannte, schreibt er vom Einfluss der KFA und seiner Herausgeber auf den Maghreb (a.a.O. p. 32, 35), wo es doch umgekehrt ist: die KFA folgt Mag – nur Waṣl-Differenzierung bleibt weg und beim Sukūn, das bei Mag sowohl für Stummheit wie Vokallosigkeit steht, differenziert sie durch Übernahme des indischen Ǧazm-Zeichen (◌ۡ ) für Vokallosigkeit. Vermutlich kannte er éine persische Lithographie, aber er kanzelte die „gewöhnlichen orientalischen Koranausgaben“ ab (a.a.O. p.32). Hätte er indische studiert, hätte er so nicht geschrieben. Er kannte wohl weder den Būlāqer Druck von 1313/ 1895 (s. S. 112), noch die von ʿAbdalḫāliq Ḥaqqī Ibn al-Ḫoǧa geschriebene Kairiner Lithographie von Abū ʿĪd Riḍwān ibn Muḥammad ibn Sulaimān al-Muḫallalātī (1250-1311h) 1308/1890 des Verlegers Muḥ Abū Zaid. Ich vergleiche den Anfang von Sūrat al-Baqara (nach der Schmuckseite) aus einem Manuskript von Köçük Hafız Osman Kaiyşzāde Nūrī Budurlu, aus einem maghrebinischen Druck, aus dem von 1890 und dem von 1924. Nicht der 1924er fällt heraus, sondern der osmanische. al-Muḫallalātī hat nicht nur mehr Ersatzalifs als HOQzNB, sondern auch Hamza VOR Alif (auch zwischen Lām und Alif). Den von Bergsträßer für 1924 angenommenen Bruch gab es nicht oder er fand 35 Jahre früher statt. Dass die amtliche Ausgabe die anderen nicht verdrängen konnte, lag auch daran, dass die Staatsdruckerei Amīrīya nicht subventioniert war; da sie nur 12 Zeilen pro Seite unterbrachte, nicht 15 wie üblich, konkurrierten 827 mit 522 Seiten.
Viele Leser bevorzugten die alten Ausgaben. Für Neophyten, die in Staatsschulen Schreiben gelernt hatten, mit Zeitungen vertraut waren, aber nicht mit Koranausgaben, hatte der neue Druck zwei Vorteile:
die Schreibung auf der Grundlinie mit wenig Ligaturen und die Kennzeichnung der Anfangsalifs mit waṣl- oder hamz-Zeichen. Für Ältere, die in „Koranschulen“ gelernt hatten, war beides ungewohnt. Mustafa Kemal schaffte 1923 den Šaiḫul-Islām ab, ’29 die arabische Schrift. Ob ein türkischer Koran rezitiert würde, der arabische in „türkische“ (lateinische) Lettern gesetzt würde, war lange unklar. Sieger wurden türkische Inhalts-Angabe (meâl – nicht tefsîr, nicht terceme) und von Türken nach einheitlichem Standard geschriebenen arabischer Kurân. In Arabien, Persien und Indonesien blieb Muṣṭafā Naẓīf Qadirġali (قديرغهلی Kadırğalı 1846–1913) beliebt, sein 1308/1890 auf 522 Seiten geschriebener muṣḥaf wurde in Kairo, Tehran und Bairut (in der Orthographie der König-Fuʾād-Ausgabe mit Abū Bakr as-Siǧistānīs Worterklärungen an den Rändern) nachgedruckt; Muṣṭafā al-Bābī al-Ḥalabī hatte dies schon zu Qadirġalis Lebzeiten getan, 1944 kam Aḥmad aš-Šamarlī hinzu. Als immer mehr Verleger und auch das Innenministerium diesen muṣḥaf kopierten, beauftragte aš-Šamarlī Muḥammad Saʿd Ibrāhīm al-Ḥaddād (1919–2011) Qadirġalis muṣḥaf zeilengetreu nachzuschreiben; es gab Ausgaben in allen Größen und Gestalten. Sie eroberten Land und Schulen. Andere verpflichteten al-Ḥaddād zu einer ähnlichen Fassung. 2000 brachte Kuwait (Ministerium für Stiftungen und Islamische Angelegenheiten) eine 662seitige Fassung mit 13 Zeilen je Seite heraus; UT1 (erste ʿUṯmān Ṭāhā, dazu gleich mehr) bekam ein um drei Seiten erwietertes Nachwort Muʾassasat al-ʿIlmīya und der Istanbuler Verlag Çaġri übernahmen dies, die Kuwaiter fassten die Ergänzungen auf einer Seite zusammen.12 7
Muṣṭafā Naẓīf Qadirġali schrieb nicht nur die 522 seitige Vorlage für al-Ḥaddād; 1960 veröffentlichten in Damaskus Dār al-Fikr und al-Muʾassasat al-ʿIlmīya eine berkenar-Fassung auf 486 Seiten farbbedrucktem Glanzpapier – an Q52 angepasst und mit dem am Lichttisch neu umbrochenen Kairiner Nachwort. Im gleichen Jahr wurde in Deutschland in 604seitiger zweifarbiggedruckt, dessen Stambuler Original in Indonesien öfters nur schwarz. Die zweiten Auflage 1969/ 70 erscheint bei Dār Iqtiṣādiyāt in Köln-Deutz mit wattiertem Plastikeinband, auf billigem Papier, mit neuem Rahmen, dem Damaszener Nachwort mit Angabe des Kalligraphen, die in Damaskus fehlte, in Köln-Deutz. 13 8 ; in Kairo gab es 1981 von ʿAbd Mursi und 1986 im Dār al-Maʿārif Nachdrucke (mit unterschiedlichen farbigen Rahmen).
Auf einem Gebiet konnte sich der amtliche Koran behaupten: Umgab ein ausführlicher Kommentar den Korantext, waren mehr Seiten willkommen; noch 1983 erschien in Beirut Ibn Ǧuzais Kommentar. Waren 604 Seiten zu wenig, aber 850 zu viel, nahm man den muṣḥaf der Amīrīya und vergrößerte den Rahmen, dass er 15 Zeilen Platz bot: 1984 erschien im Dār al-Fikr ein zeilenidentischer Nachdruck mit 669 Seiten Koran und dem Tafsīr al-Ǧalālain drumherum (plus Seiten davor und danach). Andere Erläuterungen waren um diverse von al-Ḥaddād geschriebene maṣāḥif angeordnet.
1352/1934 erschien in Kabul ein gesetzter Druck mit elf Zeilen pro Seite und großzügigem Rand. Bei Surat al-ʿalaq fällt auf, dass insān wie bei indischen, persischen und osmanischen Drucken und im libyschen muṣḥaf ad-Dānī mit normalem alif geschrieben wird. Diesen Qurʾān Maǧīd wird nirgends erwähnt. Mindestens seit 1873 gab es in Kabul Lithographien, 9unter Imānullāh Ḫān auch Typendruck. Ich vermute, dass er die Maschinen beschaffen ließ, auch wenn er vor Fertigstellung mit Unterstützung der Briten gestürzt wurde; so fehlte die Reformatmosphäre, in der dieser muṣḥaf Furore gemacht hätte. An diesen Zeilen sieht man, dass gesetzt wude, die flexible Platzierung geht jedoch nur in Offset.
Außer konsequent verbessertem allāh, rukūʿ-Zeichen am Rande und größerem Abstand von kasra gibt es auf den ersten Seiten von Hyderabad’38 (rechts) nur zwei Unterschiede zu Gizeh’24 (hier ein lybischer vs. einem jordanischen Nachdruck): fī (2:19 mehr Platz fürs madda) und kullamā (2:25). Der ḏāʾ-Punkt ist klein, sitzt höher und weiter rechts als in Kairo. Schließlich fallen vier Lücken zwischen Buchstaben auf: ich vermute eine zähere Druckfarbe. Das makellose Bild der Gizeh-Druckes liegt daran, dass neue Typen, deren Ränder noch nicht abgebrochen waren, zum Einsatz kamen.
Muṣḥaf al-Azhar aš-Šarīf, Kairo: Al-Haiʾa al-ʿĀmma li-Šuʾūn al-Maṭābiʿ al- Amīrīya 1977 (dritte Zeile, drittes Wort الن ) mit dem Text 1952, Nachwort kaum verändert.
Außer Angaben zu Gelehrten, die die Richtigkeit der jeweiligen Ausgabe bestätigen, gab es etwa 1957 und 1968 nichts Neues. Da nur Orientalisten die fast 900 Seiten dicken Ausgaben kaufen, weil sie selbst als Paperback viel teurer sind als die 522 Seiten von Šamarlī, entscheidet sich die jetzt zum Industrieministerium gehörende Druckerei in den 70ern, einen Neusatz mit 15 Zeilen je Seite (525Seiten) im Offset-Verfahren in allen üblichen Größen und Einbänden herauszubringen.
Da es in den 1970/80ern viele Offset-Drucker dienstvoll ist, gab es dutzende neuer Ausgaben, oft mit 14 oder 15 Zeilen pro Seite. 1976 erschien ein Muṣḥaf al-Azhar aš-Šarīf mit 15 Zeilen auf 525 Seiten in diversen Größen mit noch weniger Ligaturen als in der König-Fuʾād-Ausgabe; in Palästina war es die bestverkaufte Ausgabe; erst UT1 (s.u.) enttrohnte sie.
al-Qaḏḏāfīs Islamic Call Society ließ von Dār al-Kitāb al-Lubnānī die 1938er Ausgabe von M.Pickthalls Übersetzung mit G24 zeilenidentisch nachdrucken. Damals war in Hyderabad der Text inklusive rukūʿ-Angaben und korrigiertem ʾallāh statt allah, wie wenigen Änderungen bei Breitformen (nūn, kāf, sīn) und geschwungen Formen (mīm, rāʾ, zai) neu gesetzt worden. Anders als in Gizeh wurden Kasra-Zeichen nicht höher gehoben als der tiefe Schwanz von م, ح, und ع. Nach diesem Muster gab und das Herausbringen von Gottes Wort ververlegt und in Bairut gedruckt. Eine arabische Ausgabe der Islamic Call Society (Beirut 1987) ist dagegen ein Nachdruck der Kairiner Ausgabe.
1977 wiederholte sich Geschichte. So wie al-Ḥaddād eine osmanische Vorlage in neuer Orthographie nachgeschrieben hatte, so hat der syrische Kalligraph ʿUṯmān Ṭāhā einen 604seitigen osmanischen muṣḥaf seitentreu (meist zeilentreu) in Orthographie und Stil der 1952er Amīrīya-Ausgabe kopiert; jeder Vers endet auf der Seite, auf der er beginnt, und die ersten 29 Teile nehmen je 20 Seiten ein;15 10 die Schrift ist einfach und grundlinienorientiert. Obwohl dieser muṣḥaf kleine Fehler 16 11 aufweist, bekam er in Syrien, Jordanien, Ägypten, Saudi-Arabien und Irān Richtigkeitserklärungen. Mehrere Damaszener Verlage druckten ihn mitsamt der Fehler nach; der Istanbuler Verlag Çağri bringt ihn zusammen mit diversen Übersetzungen immer noch heraus – ich nenne sie UT0. 1983/4 erscheint er mit nur noch vier Fehlern in Tehran, ein Jahr später in Medina mit éinem der Fehler, ab der dritten Auflage fehlerfrei: UT1. Diese wird in tausend Gestalten hergestellt. Den Text der ersten zwei Seiten gibt es als Kreis, Raute und Quadrat, ansonsten sind Überschriften17 12 , Basmala, Bordüre, Rosetten für hizb, Hälfte, Viertel, Achtel, sowie Kustoden und Hin- weise über rukūʿ am Rande, Titelbild, Nachwort und Einband – all die Teile, die nicht zur Offebarung gehören – unterschiedlich. Ferner gibt es Umgestalnung der Aussprache am bekanntesten sind. Dazu kommen Veränderungen, um andere Lesungen darzustellen. So entstehen seitenidentische Ausgaben von Warš (sowohl nach al-ʾAzraq, wie ʾIṣbahānī), Qālūn, ad-Dūrī, Abū Bakr Šuʿba, as-Sūsī, Ḫalaf und Ḫallād; Ibn Kaṯīr, Kisāʾī und Ibn ʿĀmir jeweils mit beiden anerkannten Übermittlern in einem Band – manche halten dabei die kufische Zählung des Originals bei, andere folgen etwa bei Warš einer medinensischen Zählung. Diese Umgestaltungen erfolgen in Bildbearbeitungsprogrammen; es werden die Druckvorlagen Seite für Seite nach den jeweiligen Regeln bearbeitet – die Ergebnisse sind nicht immer schön, aber sie sind einheitlich. In Iran hat man Ṭāhās Schrift digitalisiert und den muṣḥaf nach eigener Orthographie, mit eigenen Pausenzeichen und nicht am Stück zu lesen auf 604 Seiten neu gesetzt. Ab 1999 erscheinen in Medina von ʿUṯmān Ṭāhā geschriebene Ausgaben von Warš, Ḥafṣ, Qālūn, ad-Dūrī, Abū Bakr Šuʿba und as-Sūsī (und dann Warš und Qālūn noch einmal: jetzt auf 604 Seiten); sie haben kaum Wortabstand und als Stapelligaturen nur bāʾ /tāʾ /ṯāʾ /nūn /yāʾ /mīm /lām vor ḥāʾ /ḫāʾ /ǧīm, die breit genug sind, beide Vokalzeichen ohne Verschiebung nach vorn oder hinten (wie in osmanischen Manuskripten üblich) zu tragen. Statt der Ligaturen bāʾ/tāʾ/ṯāʾ/nūn/yāʾ/mīm/fāʾ über mīm, die in UT1 vor allem dort vorkommen, wo sie in der König-Fuʾād-Ausgabe eingesetzt waren, steht in UT2 der erste Buchstabe davor (statt darüber). Ebenfalls verschwunden sind die gechwungenen Formen von rāʾ und zai. In Ḥafṣ- und Šuʿba-Ausgaben werden Verse nie zerrissen, jedoch weichen die Seiten 532f., 564f., 575f. und 583–600 von UT1 geringfügig ab.
Ich nenne die Orthographie der König-Fuʾād-Ausgabe G24, die des „Zweitdrucks“ Q52. Von 1944 bis 85 dominierte der Šamarlī-Verlag den ägyptischen Markt, heute tut das UT1 von diversen Verlagen. 18 Überall habe ich Muslime getroffen die überzeugt sind, dass nur diese Fassung – dass es UT-Varianten gibt, ist ihnen meist nicht klar – die wahre sei, Gabriel habe dem Propheten genau diese Fassung in seinem Todesjahr gelehrt. Studierte, die wissen, dass der Prophet „ummī“ genannt wird, wissen oft auch, dass das nicht „Analphabet“ bedeutet. Der alte Glaube, dass Gabriel jedes Jahr den Propheten das bis dahin Geoffenbarte in sieben Lesarten habe aufsagen lassen, im letzten Jahr aber Ḥafṣ ʿan ʿĀṣim drei Mal, wird um die schriftliche Form (604 Seiten ʿUṯmān Ṭāhā mit den Zusatzzeichen von Q52) erweitert. Außer der Tatsache, dass man diese Ausgabe immer wieder antrifft, bezaubert viele der Name, den das KFK UT2 gegeben hat: muṣḥaf al-medīna al-munauwara.
Wegen des Prestiges hat der Herrscher von Qaṭar (Ṯānī) einen eigenen Druck herstellen lassen: etwas kalligraphischer d.h. traditioneller als UT1 auf 604 Seiten in der Schreibung Q52 weitgehend mit den Pausen von G24. Der rasm weicht an einer Stelle von der Vorlage ab: Q52 schreibt in 56:2 kāḏiba mit regulärem Alif, Qaṭar wie Mag mit Kleinalif. Eine Erklärung wird nicht gegeben, da aber Tayyar Altıkulaç, Leiter des türkischen ISAM, als Berater prominent genannt wird und dieser 1428/2007 einen ʿUṯmān zugeschriebenen, muṣḥaf aus dem Topkapı Serail in Faksimile und gesetzt herausgegeben hat, der in 56:2 ein Ersatzalif hat, vermute ich, dass man sich hier, ganz wie europäische Gelehrte, an der alten Handschrift orientiert. Während der Kämpfe im ʿIrāq und Syrien legten das syrische Stiftungsministerium und die šiʿitische Kafīl-Stiftung (Kerbala) Prachtkorane vor. 2015 folgte Dīwān al-Wafq as-Sunnī fi’l ʿIrāq t einem UT1, später Dīwān al-Wafq aš-šīʿī mit von Hādī ad-Darāǧī auf 604 Seiten geschriebenen.
wie gekernt wird: wie ählich ʿUṯmān Ṭaha und KFA sind: und in UT0/UT1 Da es in den 1970/80ern viele Offset-Drucker gab und das Herausbringen von Gottes Wort verdienstvoll ist, gab es dutzende neuer Ausgaben, oft mit 14 oder 15 Zeilen pro Seite. 1976 erschien ein Muṣḥaf al-Azhar aš-Šarīf mit 15 Zeilen auf 525 Seiten in diversen Größen mit noch weniger Ligaturen als in der König-Fuʾād-Ausgabe; in Palästina war es die bestverkaufte Ausgabe; erst UT1 (s.u.) enttrohnte sie. Ab 1973 ließ al-Qaḏḏāfīs Islamic Call Society von Dār al-Kitāb al-Lubnānī den 1938 in Hyderabad neu gesetzten Text von G24 zusammen mit M.Pickthalls Übersetzung (kurz darauf auch mit der Übersetzung von Masson die 1938er zweibändige Hyderabad-Ausgabe von mit dem Text von G24 in einem Band auf Bibeldruckpapier nachdrucken. mit G24 zeilenidentisch in einer der Schrift von Ǧaʿfar Bey abgeschauten Monotype nachdrucken. Damals war in Hyderabad der Text inklusive rukūʿ-Angaben und korrigiertem ʾallāh statt allah, wie wenigen Änderungen bei Breitformen (nūn, kāf, sīn) und geschwungen Formen (mīm, rāʾ, zai) neu gesetzt worden. Anders als in Gizeh wurden Kasra-Zeichen nicht höher gehoben als der tiefe Schwanz von م, ح, und ع. Nach diesem Muster wurde auch D. Massons Übersetzung in Tripoli verlegt und in Bairut gedruckt. Eine arabische Ausgabe der Islamic Call Society (Beirut 1987) ist dagegen ein Nachdruck der Kairiner Ausgabe.
1977 wiederholte sich Geschichte. So wie al-Ḥaddād eine osmanische Vorlage in neuer Orthographie nachgeschrieben hatte, so hat der syrische Kalligraph ʿUṯmān Ṭāhā einen 604seitigen osmanischen muṣḥaf seitentreu (meist zeilentreu) in Orthographie und Stil der 1952er Amīrīya-Ausgabe kopiert; jeder Vers endet auf der Seite, auf der er beginnt, und die ersten 29 Teile nehmen je 20 Seiten ein;15 13 die Schrift ist einfach und grundlinienorientiert. Obwohl dieser muṣḥaf kleine Fehler 16 14 aufweist, bekam er in Syrien, Jordanien, Ägypten, Saudi-Arabien und Irān Richtigkeitserklärungen. Mehrere Damaszener Verlage druckten ihn mitsamt der Fehler nach; der Istanbuler Verlag Çağri bringt ihn zusammen mit diversen Übersetzungen immer noch heraus – ich nenne sie UT0. 1983/4 erscheint er mit nur noch vier Fehlern in Tehran, ein Jahr später in Medina mit éinem der Fehler, ab der dritten Auflage fehlerfrei: UT1. Diese wird in tausend Gestalten hergestellt. Den Text der ersten zwei Seiten gibt es als Kreis, Raute und Quadrat, ansonsten sind Überschriften17, 15 Basmala, Bordüre, Rosetten für hizb, Hälfte, Viertel, Achtel, sowie Kustoden und Hinweise über rukūʿ am Rande, Titelbild, Nachwort und Einband – all die Teile, die nicht zur Offenbarung gehören – unterschiedlich. Ferner gibt es Umgestaltungen, wovon die Einfärbungen zur Kennzeichnung der Aussprache am bekanntesten sind. Dazu kommen Veränderungen, um andere Lesungen darzustellen. So entstehen seitenidentische Ausgaben von Warš (sowohl nach al-ʾAzraq, wie ʾIṣbahānī), Qālūn, ad-Dūrī, Abū Bakr Šuʿba, as-Sūsī, Ḫalaf und Ḫallād; Ibn Kaṯīr, Kisāʾī und Ibn ʿĀmir jeweils mit beiden anerkannten Übermittlern in einem Band – manche halten dabei die kufische Zählung des Originals bei, andere folgen etwa bei Warš einer medinensischen Zählung. Diese Umgestaltungen erfolgen in Bildbearbeitungsprogrammen; es werden die Druckvorlagen Seite für Seite nach den jeweiligen Regeln bearbeitet – die Ergebnisse sind nicht immer schön, aber sie sind einheitlich. In Iran hat man Ṭāhās Schrift digitalisiert und den muṣḥaf nach eigener Orthographie, mit eigenen Pausenzeichen und nicht am Stück zu lesen auf 604 Seiten neu gesetzt. Ab 1999 erscheinen in Medina von ʿUṯmān Ṭāhā geschriebene Ausgaben von Warš, Ḥafṣ, Qālūn, ad-Dūrī, Abū Bakr Šuʿba und as-Sūsī (und dann Warš und Qālūn noch einmal: jetzt auf 604 Seiten); sie haben kaum Wortabstand und als Stapelligaturen nur bāʾ /tāʾ /ṯāʾ /nūn /yāʾ /mīm /lām vor ḥāʾ /ḫāʾ /ǧīm, die breit genug sind, beide Vokalzeichen ohne Verschiebung nach vorn oder hinten (wie in osmanischen Manuskripten üblich) zu tragen. Statt der Ligaturen bāʾ/tāʾ/ṯāʾ/nūn/yāʾ/mīm/fāʾ über mīm, die in UT1 vor allem dort vorkommen, wo sie in der König-Fuʾād-Ausgabe eingesetzt waren, steht in UT2 der erste Buchstabe davor (statt darüber). Ebenfalls verschwunden sind die geschwungenen Formen von rāʾ und zai. In Ḥafṣ- und Šuʿba-Ausgaben werden Verse nie zerrissen, jedoch weichen die Seiten 532f., 564f., 575f. und 583–600 von UT1 geringfügig ab.
Ich nenne die Orthographie der König-Fuʾād-Ausgabe G24, die des „Zweitdrucks“ Q52. Von 1944 bis 85 dominierte der Šamarlī-Verlag den ägyptischen Markt, heute tut das UT1 von diversen Verlagen. 18 Überall habe ich Muslime getroffen die überzeugt sind, dass nur diese Fassung – dass es UT-Varianten gibt, ist ihnen meist nicht klar – die wahre sei, Gabriel habe dem Propheten genau diese Fassung in seinem Todesjahr gelehrt. Studierte, die wissen, dass der Prophet „ummī“ genannt wird, wissen oft auch, dass das nicht „Analphabet“ bedeutet. Der alte Glaube, dass Gabriel jedes Jahr den Propheten das bis dahin Geoffenbarte in sieben Lesarten habe aufsagen lassen, im letzten Jahr aber Ḥafṣ ʿan ʿĀṣim drei Mal, wird um die schriftliche Form (604 Seiten ʿUṯmān Ṭāhā mit den Zusatzzeichen von Q52) erweitert. Außer der Tatsache, dass man diese Ausgabe immer wieder antrifft, bezaubert viele der Name, den das KFK UT2 gegeben hat: muṣḥaf al-medīna al-munauwara.
Wegen des Prestiges hat der Herrscher von Qaṭar (Ṯānī) einen eigenen Druck herstellen lassen: etwas kalligraphischer d.h. traditioneller als UT1 auf 604 Seiten in der Schreibung Q52 weitgehend mit den Pausen von G24. Der rasm weicht an einer Stelle von der Vorlage ab: Q52 schreibt in 56:2 kāḏiba mit regulärem Alif, Qaṭar wie Mag mit Kleinalif. Eine Erklärung wird nicht gegeben, da aber Tayyar Altıkulaç, Leiter des türkischen ISAM, als Berater prominent genannt wird und dieser 1428/2007 einen ʿUṯmān zugeschriebenen, muṣḥaf aus dem Topkapı Serail in Faksimile und gesetzt herausgegeben hat, der in 56:2 ein Ersatzalif hat, vermute ich, dass man sich hier, ganz wie europäische Gelehrte, an der alten Handschrift orientiert. Während der Kämpfe im ʿIrāq und Syrien legten das syrische Stiftungsministerium und die šiʿitische Kafīl-Stiftung (Kerbala) Prachtkorane vor. 2015 folgte Dīwān al-Wafq as-Sunnī fi’l ʿIrāq t einem UT1, später Dīwān al-Wafq aš-šīʿī mit von Hādī ad-Darāǧī auf 604 Seiten geschriebenen.
Noten
Die Bandbreite liegt nicht an Meinungsschwäche, sondern an der verwickelten Lage. Man könnte je für die Rechtschreibung, die Verszählung, die liturgischen Abschnitte (in 2, 3. 4, 5, 7, 11, 21, 61, 121, 241, 481 540, 558 Teile – durchaus leicht abweichende!), die Markierung der Stellen, an denen man sich niederwerfen soll, die Stellen, die man (etwa mit „ʾāmīn“) bekräftigen soll, die Pausenzeichen, deren Platzierung, Zeilen je Seite, ob Verse seitenübergreifend sein dürfen, ob und wie Themenwechsel angezeigt werden (rukūʿ im Osten, farbiger Hintergrund im Westen), Existenz von Kustoden (auf Verso oder Recto), die Namen der Suren, beim Surentitel angegebene Abfolge der Offenbarungen sowie Versanzahl, ob para bzw. ǧuzʾ jeweils auf einer neuen Seite beginnen, den Schreibduktus usw. eigene Standards definieren und durch deren Multiplikation auf über Tausend kommen. Indische Ausgaben haben meist Randnoten (z.B. ob eine Pausen von Gott, dem Propheten oder Gelehrten stammt) und in iranischen war bis zur Revolution jede Seite mit einem Vorzeichen versehen (man schlug das Buch blind auf und bekam die Antwort auf eine im Geist gestellte Frage). Ich konzentriere mich auf die Rechtschreibung. Hier mache ich zwei Grundschreibweisen aus – indem ich die neue ägyptische als Variante der maghrebinischen auffasse und die osmanische, eine persische und eine indonesische als Varianten der indischen; wenn ich aber Misch- und Lokalformen, sowie Weiterentwicklungen wie die neu-iranische oder bruneiische mitzähle, komme ich auf zehn.↩︎ zurück
Hartmut Bobzin rechtfertigt das damit, dass „viele Handschriften“ so verführen – was zu beweisen ist! Glaubensbuch und Weltliteratur, Arnsberg 2007, p. 36. ↩︎ zurück
Bergsträßer erwähnt, dass bei
عزِيزًا
(4:165) der zai-Punkt gefehlt und bei نِكَاحا
(24:60)
über dem ḥāʾ einer zuviel gestanden habe.
40 Jahre lang pendeln Drucke in 73:20 zwischen
الن
und
ان لن .
S. G. Reynolds Behauptung „The text released in 1936 became known as the Fārūq edition in honor of the Egyptian king“ (in „Introduction,“ The Qurʾān as Historical Text, 2008) ist unbelegt. Die 1936er Ausgabe bringt gegenüber 1929 nichts Neues und ist Fuʾād I gewidmet. ↩︎ zurück
1952 gab es ein fünfseitiges Nachwort zum „Zweitdruck“: Angaben mit Änderungen bei Schriftzug, Punktierung, Pausen und Surentitel; später nur eine Seite mit dem pauschalen Satz über „mehr als 800“ Änderungen bei den Pausen und zwei Beispielen zum Surenende, die sich daraus ergeben, dass man jetzt die Basmala vor den einzelnen Suren mitliest, was bewirkt, dass tanwīn am Surenende auf -m zu lesen ist (iqlāb vor bāʾ). (Bei dem einen Beispiel, dem Übergang von Sure 105 zu 106, war 1924 –n an das Anfangs-lām von 106 assimiiert: das lām hatte also ein šadda, 1952 keines, weil seither vor dem lām die Basmala zu lesen ist: –n –m gesprochen wird.) Ferner erfahren wir, dass die Surentitel keine An- gaben zum Offenbarungsort mehr enthalten, weil sie umstritten sind und man sie in der Fachliteratur nachschlagen kann, dass kalimat in 7:137 jetzt mit offenem t geschrieben wird, dass in qāʾimun (13:33) das hamza unter dem yāʾ (statt darüber) steht und ṭāġīn (an allen vier Stellen) mit Ersatzalif geschrieben wird. ↩︎
Michael Marx, „The Koran according to Agfa“ in Trajekte, Okt 2009 – er weiß nicht, dass das ein Hochdruckverfahren ist, die KFA im Flachdruck gedruckt wurde, verwechselt Typendruck mit -satz. ↩︎
Thomas Milo, Arabic Amphibious Characters, Unicode-Dokument L2/13-226, pp. 510-9; ders. "a model for handling the arabic script"
in 27th Internationalization and Unicode Conference, Berlin April 2005. pp. 34-7
near, mit klarer Reihenfolge. ↩︎
obwohl auf einer normalen 522seitige Ausgabe beruhend und meist nur zwei (identische) Zeilen auf der Seite stehen, sind die 486 Seiten fast alle berKenar, d.h. in der linken Ecke der Seite endet der Vers = Verse werden nicht auseinandergerissen.
Außer der üblichen auf 604 Seiten, und ihrer Variante, die nur das letzte 30igstel lockerer setzt, auf 611 Seiten, gibt es die Ramaḍan-Ausgabe auf 308, die Qaimiya-Ausgabe auf 221, eine der Aḥmadīya auf 245, gibt es welche im Dār Ibn al-Kaṯīr, Damaskus auf 485 (vom selben Schreiber auch für Dūrī und Warš), sowie auf 551 Seiten. In Tunis wurde eine Ausgabe auf 60 Seiten faksimiliert, also ein hizb je Seite.↩︎
Rot sind Leseangaben, Pausenzeichen, madd munfaṣil (Vokalüberdehnung vor hamz im Anlaut) [madd muttaṣil (Überdehnung vor hamz ím Wort) ist schwarz], sowie Vokalzeichen bei eigentlich mit waṣl beginnenden Wörtern, die wegen obligater Pause davor mit hamz gesprochen werden. Außerdem steht über dem Verstrenner nach den Sigelbuchstaben der zweiten Sure in rot: kūfī. – Nach den Sigelbuchstaben der Suren 10, 11 und 12 läßt Muṣṭafā Naẓīf Platz für Verstrenner.↩︎
Kurz nachdem sich der Steindruck in Europa durchsetzte, wurden mit diesem Verfahren Korane gedruckt; um 1830 erscheinen welche in Tehran, Täbriz und Schiraz, 1828-32 kommen vier Typendrucke in Hooghly und Calcutta heraus, 1934 einer in Cawnpore/Kanpur; ab 1835 erscheinen in Nordindien ständig lithographische. Ein Typendruck, den Wilyam Nāsū Līs al-Īrlandī (W.N. Lees), Ḫādim Ḥusain und ʿAbd al-Ḥaiy 1856–59 in Calcutta besorgten, der in vielen Bibliotheken vorhanden ist, findet in der Fachliteratur kaum Beachtung, weil er oft als az-Zamaḫšarīs Kaššāf geführt wird. Über dem Kommentar steht ein kompletter qurʾān! ↩︎
15 Gerd-Rüdiger Puin („Ästhetik und Gelehrsamkeit in zwei eigen- tümlichen jemenitischen Büchern: Ein Koran (I) und ein ‚gewebter‘ Text (II)“ in Zwischen Sanaa und Saarbrücken, Saarbrücken: universaar 2012) täuscht sich, wenn er schreibt (p. 146), dass der erste Teil 21 Seiten beanspruche, denn die Fatīḥa steht außerhalb der drei- ßig Teile. (Deshalb habe ich in Note 1 gesagt, man unterteile in 11, 21, 61, 121, 241 Teile, also 10, 20 usw. plus der Fatiḥa.) Der letzte ǧuzʾ ist in Ṭāhās Vorlage und allen neo-Osm Drucken auf 23 Seiten verteilt, wobei die letzte Textseite die Nummer 604 trägt, wenn die Fatiḥa nicht mitgezählt wird und 606, wenn das Titelblatt als Seite 1 gilt. Die indischen berkenar-Ausgaben von Taj, Qudratallah und vom König-Fahd-Komplex brauchen für das letzte ǧuz 29 Seiten: die letzte Sure steht auf Seite 611. ↩︎
16 In 2:121 fehlt ein fatḥa, 18:97 steht ein fatḥa anstelle eines sukūn, 69:28 fehlt ein sukūn, 111:4 steht ein lāziM zuviel, und hāḏāni in 20:63 ist so geschrieben wie in 22:19, nach 103:1+2 lāʾ zuviel.
17 Die Titel – siehe Kandil Lamya, „Die Surennamen in der offiziellen Kairiner Koranausgabe und ihre Varianten“ in Der Islam 69 (1992) pp. 44–59 –, die Angaben über Offenbarungsort, Reihenfolge und Anzahl der Verse sind nicht in allen Ausgaben gleich. ↩︎
18 Betrachtet man die 1952er Rechtschreibung,Pausen, liturgischen Einteilungen, Surentitel, so folgen fast ost-arabischen Ausgaben seit 1985 diesem Standard – mit kleinen Modifikationen.↩︎
Gerd-Rüdiger Puin („Ästhetik und Gelehrsamkeit in zwei eigentümlichen jemenitischen Büchern: Ein Koran (I) und ein ‚gewebter‘ Text (II)“ in Zwischen Sanaa und Saarbrücken, Saarbrücken: univer- saar 2012) täuscht sich, wenn er schreibt (p. 146), dass der erste Teil 21 Seiten beanspruche, denn die Fatīḥa steht außerhalb der dreißig Teile. (Deshalb habe ich in Note 1 gesagt, man unterteile in 11, 21, 61, 121, 241 Teile, also 10, 20 usw. plus der Fatiḥa.) Der letzte ǧuzʾ ist in Ṭāhās Vorlage und allen neo-Osm Drucken auf 23 Sei- ten verteilt, wobei die letzte Textseite die Nummer 604 trägt, wenn die Fatiḥa nicht mitgezählt wird und 606, wenn das Titelblatt als Seite 1 gilt. Die indischen berkenar-Ausgaben von Taj, Qudratallah und vom König-Fahd-Komplex brauchen für das letzte ǧuz 29 Seiten: die letzte Sure steht auf Seite 611. ↩︎ zurück
16 In 2:121 fehlt ein fatḥa, 18:97 steht ein fatḥa anstelle eines sukūn, 69:28 fehlt ein sukūn, 111:4 steht ein lāziM zuviel, und hāḏāni in 20:63 ist so geschrieben wie in 22:19, nach 103:1+2 lāʾ zuviel. ↩︎ zurück
17 Die Titel – siehe Kandil Lamya, „Die Surennamen in der offiziellen Kairiner Koranausgabe und ihre Varianten“ in Der Islam 69 (1992) pp. 44–59 –, die Angaben über Offenbarungsort, Reihenfolge und Anzahl der Verse sind nicht in allen Ausgaben gleich. ↩︎ zurück
















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