Samstag, 15. August 2026

Staatskorane

"Staatskoran" ist kein geschützter Begriff. Ich verstehe darunter einen muṣḥaf, von dem es eine Luxus­ausgabe gibt, die Staatsgästen oder verdienten Muslimen ver­liehen wird.
Oft gibt es davon auch einfachere Ausgaben, ob identisch in Größe und Auf­machung, nur auf billige­rem Papier, wie beim Muṣḥaf al-Ǧumhurīya at-Tunisīya von benʿAlī oder in Ausgaben vom Taschen­buch mit Reis­ver­schluss bis zur Mosche-Ausgabe wie beim Muṣḥaf al-Ǧāmaharīya von Muʿammār al-Qaḏḏāfī. Wie man an diesen beiden sehen kann sind sie oft mit dem Namen eines Führers verbunden. Der Muṣḥaf Maṣr etwa als "Muṣḥaf as-Sīsī".
Bezeichnend für diesen "modernen" Staatskoran ist, man man ihn eher als App findet, denn als gedrucktes Buch.
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Lybien

Tunesien

Marokko

Vermutlich den ersten ließ Hasan II 1391/1971 zu seinen Ehren machen.
Zum 25. Thronjubibläum ließ er den "Siebener" produzieren: groß und in Farbe, und einfach schwarz-weiß: Sieben marokkanische Kalligrpahen schrieben ihn und sieben Illuminatoren schufen die Rahmen für die sieben Teile.

Mauretanien

Bosnien

Es gibt keinen Koran des Gesamtstaates, wohl auch keinen der kroatisch-bosniakischen Föderation. Der "Staatskoran" hat kein Titelblatt, weder in arabischen, noch in lateinischen oder kyrillischen Buchstaben, es gibt keine Pagi­nierung, keinen Index, kein Impressum, lediglich, die Angabe, dass er in der Yıldız Drucke­rei (İstan­bul) gedruckt worden sein und das sich die Handschrift in der Gazi-Husrev-Beg Bibliothek in Sarajewo unter der KatalogNr R.12 befinde, dass er von Aḥmad Muḥammad al-Muḥaǧir ad-Daǧistānī in Makka geschrieben und von Faḍil Baša Šerifović gespendet sei. Er ist also ent­weder ein Koran der muslimischen Gemein­schaft oder sogr nur der Beibliothek.
Obwohl von einem osmanischen Würden­träger gespendet, ist es kein lupen­rein osmanischen muṣḥaf: er zeigt persi­schen Ein­fluss: sowohl das wa-/und am Schluss einer Zeile wie die Form des Binnen-hehs, das meist nach unten geht.
Bemerkenswert in 2:7 /al-ʾāḫiri/ mit einem hamza-Zeichen im alif-lām.
‒­

Freitag, 13. März 2026

iẓhār nūn ii

وَمَن يَهۡدِ ٱللَّهُ فَمَا لَهُۥ مِن مُّضِلٍّۗ أَلَيۡسَ ٱللَّهُ بِعَزِيزٖ ذِي ٱنتِقَامٖ  ٣٧ وَلَئِن سَأَلۡتَهُم مَّنۡ خَلَقَ ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَٱلۡأَرۡضَ لَيَقُولُنَّ ٱللَّهُۚ قُلۡ أَفَرَءَيۡتُم مَّا تَدۡعُونَ مِن دُونِ ٱللَّهِ إِنۡ أَرَادَنِيَ ٱللَّهُ بِضُرٍّ هَلۡ هُنَّ كَٰشِفَٰتُ ضُرِّهِۦٓ أَوۡ أَرَادَنِي بِرَحۡمَةٍ هَلۡ هُنَّ مُمۡسِكَٰتُ رَحۡمَتِهِۦۚ قُلۡ حَسۡبِيَ ٱللَّهُۖ عَلَيۡهِ يَتَوَكَّلُ ٱلۡمُتَوَكِّلُونَ   ٣٨
الزُّمَر
37 wa-mayahdi (teilassimiliert) llāhu fa-mā lahū mi‒muḍillin ʾa-laisa llāhu bi-ʿazīzin ḏĭ ntiqāmin
38 wa-la-ʾin saʾaltahum•man ḫalaqa (iẓhār) ‒samāwāti wa-l-ʾarḍa la-yaqūlunna llāhu qul ʾa-fa-raʾaitum•mā tadʿūna min dūni llāhi ʾin ʾarādaniya (iẓhār) llāhu bi-ḍurrin hal (iẓhār) hunna kāšifātu ḍurrihī᷈ ʾau ʾarādanī bi-raḥmatin hal (iẓhār) hunna mumsikātu (bei Pause: mumsikātun) raḥmatihī qul ḥasbiya llāhu ʿalaihi yatauakkalu l-mutaukkilūna
(‒ und • stehen für Zusammenlesen)
ein früherer post und noch einer (englisch) ‒­

Samstag, 7. März 2026

Wāṯiq allaḥ Brunai 2006

ein besonders interessanter UT1 erschien 1427/2006 unter der Schirmherrschaft des Sultans von Brunai
Text in schwarz
Voaklzeichen in rot
Versnummern in grün
Pausenzeichen in blau
und in grün gibt es auch einen Punkt bei alif-waṣl: ein Punkt oben für /a/, in der Mitte für /u/, unten für /i/. In der zweiten Zeile von S. 86 zweimal: /a/
auch in Zeilen 4,5,6 ein /a/
Am Übergang von Vers 49 zu 50 gibt es gleich zwei MerkWürdigkeiten: ein nūn qutni, das zeigt dass fatīlaninẓur zu sprechen ist. Und FALLS man stoppt und mit Vers50 neu beginnt: unzuru !

Donnerstag, 10. April 2025

Afrika vs. Asien (Maġrib oder IPak)

Es gibt viele verschiedene Arten, den Koran zu schreiben.
Man kann sie in zwei Grup­pen einteilen:
Afrika, Andalusien, (seit 1924 bzw. 1980:) Arabien   und
Asien (Indien, Pakistan, Indonesien, Süd­afrika, Türkei, Iran).
Die Hauptunterschiede sind:
Während Afrika nur Kurz­vokal­zeichen hat (die durch Vokale gelängt werden kön­nen/müs­sen),
(diese Schreibung folgt den Gramma­ti­kern, die ḥarakāt + ḥuruf al-madd sehen)
hat Asien außer den drei Kurzvokal­zeichen, zwei (Os­manen, Perser) oder drei (Inder) Lang­vokal­zeichen
(vielleicht durch die Schrei­bung der mātrā in Deva­nagari be­ein­flusst)
Während Afrika drei Sorten von tan­wīn-Zeichen (iẓhār, iḫfāʾ/idġām, tamīm) hat,
hat Asien nur eine Sorte (benutzt je­doch iẓhār nūn).

Es sei angemerkt, dass die Aus­sprache von vokal­losem nūn durch den folgen­den Buch­staben zwingend ge­regelt ist,
die Unter­schei­dung in drei ( wiewo nicht sieben?) will­kür­lich ist, und iẓhār nūn klarer ist, als ver­setzte Vokal­zeichen.
Im folgenden Bild (aus einem Bom­bay-Druck): in der ersten Zeile (gehelltes) nūn (weil vor einem Rachen­laut); beim letzten Wort der Zeile /yauma/ ist ein šadda über dem yāʾ: das Schluss-nūn von /ʿaẓīmin/ wird teil-as­simi­liert:
Wie genau die Langvokalzeichen ­benutzt werden, variert.
Die neuste Variante nenne ich nIran:
Sie benutzt weder das ara­bische Längen durch Vokale, noch die asiatischen Lang­vokal­zeichen, sondern liest die Vokalbuch­staben als Lang­vokale, es sei denn sie haben ein Vokal­zeichen = sind also Kon­-So­nan­ten.

Die klare asiatische Vari­ante liegt uns nur in Hand­schrif­ten vor ‒
vor allem solchen aus dem 17. Jahr­hun­dert aus Kaschmir, etwa MS 2981 der Schøyen Collec­tion, Oslo and London.
In dieser Variante stehen die Kurz­vokal­zeichen für kurze Vokale, die Lang­vokalzeichen für lange.
Während in dem heute gängi­gen indi­schen Ver­fahren vor einem pas­sen­den Lang­vokal­buch­staben die Kurz­vokal­zeichen gebraucht werden:
also fatha vor alif, kasra vor yāʾ und ḍamma vor wau.
Auf der Rechten sehen Sie den Beginn der Sure al-Baqara aus einem Druck der Tāj Com. Ltd.
auf der Linken aus dem Manu­skript der Schøyen Samm­lung, Oslo:
rechts ḍamma vor wau, links ge­drehtes/geläng­tes ḍamma ‒ die waus sind funktionslos = da sie nichts tragen, sind sie stumm.

Auf der folgenden Doppel­seite habe ich nicht nur lang-ḍamma+wau, sondern auch lang-fatḥa+alif und lang-kasra+yāʾ her­vor­gehoben.
Man beachte rechts in der vor­letz­ten Zeile /alaḏ­ḏīna/ wo das yāʾ keine Punkte hat, aber durch das lang-kasra ein­deutig ist.
Selten ist der Fall, wo hinter lang-ḍamma (was hier eine be­son­de­re Form hat!) kein wau folgt. Zu der Stelle habe ich schwarz-weiß die Stelle aus dem Tāj-Druck eingefügt.
(Nebenbei: In Vers 12 hat der Schreiber einen Fehler ge­macht: /wa- wa-la­kina/: das wa- ist dop­pelt.) Wegen der beson­de­ren Form des ḍamma, habe ich weiter ge­sucht und (links, zweite Zeile, Mitte) /fa'inna­hū/ gefun­den:
Dies Manuskript hat drei ḍamma-Formen: kurz, lang vor wau, lang ohne wau
For those who could not follow:
In the spoken (oral) qurʾān there are three short vowels,
three long vowels,
three undetermination endings (inflec­tions),
two diphongs plus no-vowel:
a | i | u
َ   |   ِ |   ُ
ā | ī | ū
  ٰ   |   ٖ   |  ۥ
-an| -in| -un
  ً   |   ٍ   |   ٌ
au | ai | x
َ ى |   و َ |   ۡ
In the Arabic script there are no vowels, nor con­sonants (just letters);
the letters و , ى , ا are used for long vowels, (some­times) for short vowels, and for con­sonants:
ا for a, ā and ʾ (the glottal stop); ى for i, ī and y ; و for u, ū and w .
For long vowels
the West uses vowel sign + leng­thening letter,
the East long vowel signs.
For long vowels, in Northern India (Afġā­nis­tān, Kašmīr ...) before 1850 always long vowel signs were used,
while today when there is an alif after fatḥa,
or a yāʾ after kasra
or wau after ḍamma, short (normal) vowel signs are used ‒ like in the West.
What is special in this mansu­script:
for ū without wau, there is a special form of turn­ed/long ḍamma.

I have looked at less than ten mss. form the north-west of the sub­con­tinent before 1850:
they consistently use the long-vowel signs, but the special long-vowel sign when no wau follows, seems to be sin­gu­lar.
Below a ms. form the library of the Univer­sity of Michigan. I du­pli­cated two ū-signs in the middle of the right page: one before wau, one with­out wau: they are the same.
((Just to make it clear: After the "ḍamma without wau" there is a wau, but that wau carries a fatḥa = is a consonant, not a /ḥarf madd/ = not a lengthening letter.))
two more:
Last I show that long-fatḥa /ā/ is used this way not only in "early" North-India, but in Syrian incriptions and Persian maṣāḥif as well:
Es gibt viele verschiedene Arten, den Koran zu schreiben.
Man kann sie in zwei Grup­pen einteilen:
Afrika, Andalusien, (seit 1924 bzw. 1980:) Arabien   und
Asien (Indien, Pakistan, Indonesien, Süd­afrika, Türkei, Iran).
Die Hauptunterschiede sind:
Während Afrika nur Kurz­vokal­zeichen hat (die durch Vokale gelängt werden kön­nen/müs­sen),
(diese Schreibung folgt den Grammatikern, die ḥarakāt + ḥuruf al-madd sehen)
hat Asien außer den drei Kurzvokal­zeichen, zwei (Osmanen, Perser) oder drei (Inder) Lang­vokal­zeichen.
Während Afrika drei Sorten von tan­wīn-Zeichen (iẓhār, iḫfāʾ/idġām, tamīm) hat,
hat Asien nur eine Sorte (benutzt je­doch iẓhār nūn).

Es sei angemerkt, dass die Aussprache von vokal­losem nūn durch den folgen­den Buch­staben zwingend ge­reglt wird,
die Unter­scheidung in drei ( wiewo nicht sieben?) will­kürlich ist, und iẓhār nūn klarer ist, als ver­setzte Vokal­zeichen.
Im folgenden Bild (aus einem Bom­bay-Druck): in der ersten Zeile (gehelltes) nūn (weil vor einem Rachen­laut); beim letzten Wort der Zeile /yauma/ ist ein Šadda über dem yāʾ: das Schluss-nūn von /ʿaẓīmin/ wird teil-as­simi­liert:
Wie genau die Langvokalzeichen ­benutzt werden, variert.
Die neuste Variante nenne ich nIran:
Sie benutzt weder das afri­kanische Längen durch Vokale, noch die asiatischen Lang­vokal­zeichen, sondern liest die Vokalbuch­staben als Lang­vokale, es sei denn sie haben ein Vokal­zeichen = sind also Kon-So­nan­ten.

Die klare asiatische Vari­ante liegt uns nur in Hand­schrif­ten vor ‒
vor allem solchen aus dem 17. Jahr­hun­dert aus Kaschmir, etwa MS 2981 der Schøyen Collec­tion, Oslo and London.
In dieser Variante stehen die Kurz­vokal­zeichen für kurze Vokale, die Lang­vokalzeichen für lange.
Während in dem heute gängi­gen indi­schen Ver­fahren vor einem pas­sen­den Lang­vokal­buch­staben die Kurz­vokal­zeichen gebraucht werden:
also fatha vor alif, kasra vor yāʾ und ḍamma vor wau.
Auf der Rechten sehen Sie den Beginn der Sure al-Baqara aus einem Druck der Tāj Com. Ltd.
auf der Linken aus dem Manu­skript der Schøyen Samm­lung, Oslo:
rechts ḍamma vor wau, links ge­drehtes/geläng­tes ḍamma ‒ die waus sind funktionslos = da sie nichts tragen, sind sie stumm.

Auf der folgenden Doppel­seite habe ich nicht nur lang-ḍamma+wau, sondern auch lang-fatḥa+alif und lang-kasra+yāʾ her­vor­gehoben.
Man beachte rechts in der vor­letz­ten Zeile /alaḏ­ḏīna/ wo das yāʾ keine Punkte hat, aber durch das lang-kasra ein­deutig ist.
Selten ist der Fall, wo hinter lang-ḍamma (was hier eine be­son­de­re Form hat!) kein wau folgt. Zu der Stelle habe ich schwarz-weiß die Stelle aus dem Tāj-Druck eingefügt.
(Nebenbei: In Vers 12 hat der Schreiber einen Fehler ge­macht: /wa- wa-la­kina/: das wa- ist dop­pelt.)
Wegen der beson­de­ren Form des ḍamma, habe ich weiter ge­sucht und (links, zweite Zeile, Mitte) /fa'inna­hū/ gefun­den:
Dies Manuskript hat drei ḍamma-Formen: kurz, lang vor wau, lang ohne wau
For those who could not follow:
In the spoken (oral) qurʾān there are three short vowels,
three long vowels,
three undetermination endings (inflec­tions),
two diphongs plus no-vowel:
a | i | u
َ   |   ِ |   ُ
ā | ī | ū
  ٰ   |   ٖ   |  ۥ
-an| -in| -un
  ً   |   ٍ   |   ٌ
au | ai | x
َ ى |   و َ |   ۡ
In the Arabic script there are no vowels, nor con­sonants (just letters);
the letters و , ى , ا are used for long vowels, (some­times) for short vowels, and for con­sonants:
ا for a, ā and ʾ (the glottal stop); ى for i, ī and y ; و for u, ū and w .
For long vowels
the West uses vowel sign + leng­thening letter,
the East long vowel signs.
For long vowels, in Northern India (Afġā­nis­tān, Kašmīr ...) before 1850 always long vowel signs were used,
while today when there is an alif after fatḥa,
or a yāʾ after kasra
or wau after ḍamma, short (normal) vowel signs are used ‒ like in the West.
What is special in this mansu­script:
for ū without wau, there is a special form of turn­ed/long ḍamma.

I have looked at less than ten mss. form the north(-west) of the sub­con­tinent around 1780 to 1870:
they consistently use the long-vowel signs, but the special long-vowel sign when no wau follows, seems to be sin­gu­lar.
Below a ms. form the library of the Univer­sity of Michigan. I du­pli­cated two ū-signs in the middle of the right page: one before wau, one with­out wau: they are the same.
((Just to make it clear: After the "ḍamma without wau" there is a wau, but that wau carries a fatḥa = is a consonant, not a /ḥarf madd/ = not a lengthening letter.))
two more:
Last I show that long-fatḥa /ā/ is used this way not only in "early" North-India, but in Syrian incriptions and Persian maṣāḥif as well:
‒­

Staatskorane

"Staatskoran" ist kein geschützter Begriff. Ich verstehe darunter einen muṣḥaf, von dem es eine Luxus­ausgabe gibt, die Staatsgä...