Donnerstag, 15. Oktober 2026

وملاىه II

إذا اتخذنا الآية الرابعة من سورة إبراهيم (١٤:٤) منطلقاً: «وَمَا أَرْسَلْنَا مِن رَّسُولٍ إِلَّا بِلِسَانِ قَوْمِهِ لِيُبَيِّنَ لَهُمْ»، يتضح لنا أن لغة القرآن، ولغة أهل الحجاز، ولغة قريش هي شيء واحد.

Nehmen wir den vierten Vers der Sure Ibrahim (14:4) als Ausgangspunkt: „Und wir sandten keinen Gesandten außer in der Zunge seines Volkes, damit er ihnen Klarheit gebe“, ergibt sich, dass die Sprache des Korans, die Sprache der Leute des Hijaz und die Sprache der Quraisch die gleiche sind.

إن أصل الرسم في المصحف هو اللسان الحجازي، وليس لغة النحاة والقراء التي جرى تصنيفها وتقنينها لاحقاً بناءً على لغات القراء العشرة ورواتهم العشرين.

Der Ursprung des Rasm im Mushaf ist die hijazische Zunge, nicht die Sprache der Gramma­tiker und Leser, die später auf Basis der zehn kano­ni­schen Leser und ihrer zwanzig Traden­ten klassi­fiziert und nor­miert wurde.

فلنلقِ نظرة على كلمة (ملإهم) أو (وملايه) في سورة الأعراف، الآية ١٠٣.

Lassen Sie uns einen Blick auf malaʾihim bzw. wa-malāyihi in Sure al-Aʿrāf, Vers 103 werfen.

في الأصل، في الرسم الحجازي الأول، كان الألف يمثل صوت الفتحة الطويلة؛ ولم تُكتب همزة لأنه ببساطة لم يكن يُنطق بها في القرآن الأول.

Ursprünglich repräsen­tierte das Alif den langen /ā/-Laut (malā-); es wurde kein Hamza ge­schrieben, weil im Ur-Koran keines ge­sprochen wurde.

وقد كُتبت الياء لأنها كانت تُنطق كصوت لّين انزلاقي.

Das Yāʾ wurde geschrieben, weil es als Gleit­laut /yi/ aus­gesprochen wurde (wa-malāyihi).

ولكن مع مرحلة التصنيف والكانونية وإقحام صوت الهمزة، تغير دور الياء فجأة لتصبح هي الكرسي الذي يحمل صوت الهمزة المكسورة، وهو ما تتطابق فيه المصاحف القديمة.

Mit der Klassifizierung, Kanoni­sierung und dem Ein­fügen des Hamz änderte sich die Rolle des Yāʾ jedoch: Es wurde zum Sitz (Kursī) des Hamz /ʾi/, und darin stimmen die maṣāḥif überein.

أما التحول الثاني فقد أنجزه الشيخ الحسين بن علي الحداد في طبعة الجيزة من مصحف الملك فؤاد عام ١٩٢٤.

Die zweite Wendung vollzog Scheich al-Ḥusainī al-Ḥaddād im Gizeh-Druck des Muṣḥaf Malik Fuʾād von 1924.

فقد نقل الحداد الهمزة لتصبح تحت الألف مباشرة (ملإهم)، ومع هذه الخطوة عبر عن النظرة النحوية القياسية الأكثر منطقية، لأن الألف في النحو هي الأصل لصوت الهمزة، وترك الياء عارية وبلا وظيفة نطقية، دون أن يذكر لنا العلة أو السبب صراحة.

Al-Ḥaddād verschob das Hamza unter das Alif (malaʾihim). Mit diesem Schritt drückte er die gram­ma­ti­kalisch nahe­lie­gendste Sicht aus, da das Alif in der Gram­matik die Basis für den Hamz-Laut ist; er ließ das Yāʾ nackt und ohne Funktion bei der Aus­sprache, ohne uns den Grund dafür zu nennen.

إذن: كان الرسم الأول في الحجاز يمثل صوت فتحة طويلة مع ياء لينة؛ ثم حوله التصنيف اللاحق إلى كرسي للهمزة، إلى أن جعله الحداد صامتاً (مكتوباً بلا نطق) في عام ١٩٢٤.

Also: Der erste Rasm im Hijaz war ledig­lich ein langer /ā/-Laut mit einem weichen Yāʾ; die spätere Klassi­fi­zierung ver­wan­delte es in einen Hamza-Sitz, und al-Ḥaddād machte das Yāʾ 1924 stumm.

بناءً on ذلك، يجب علينا دائماً الفصل بين الرسم الحجازي الأول وبين النسخة المصنفة والمقننة لاحقاً.

Deshalb müssen wir immer zwischen dem ersten hijazi­schen Rasm und der klas­si­fi­zierten Fassung trennen.

written by gemini

Mittwoch, 19. August 2026

Warš-Drucke

Bisher habe ich die beiden Kairiner Warš-Drucke (Zwitēn 1929 und Muḥ ʿAbdarRaḥmān) Muḥammad 1964 und die marokkanischen Staatskorane erwähnt.
Es gab aber viel mehr: algerische, tunesische, lybische, aber auch aus weniger bedeutende aus Kairo, welche aus Damaskus und aus Medina.
Einen ersten eindruck bekommt man im englischen post über A.A.Brockett.

Samstag, 15. August 2026

Staatskorane

"Staatskoran" ist kein geschütz­ter Begriff. Ich ver­stehe dar­unter einen muṣ­ḥaf, von dem es eine Luxus­aus­gabe gibt, die Staats­gästen oder ver­dienten Muslimen ver­liehen wird.
Oft gibt es davon auch ein­fachere Ausgaben, ob iden­tisch in Größe und Auf­machung, nur auf billige­rem Papier, wie beim Muṣḥaf al-Ǧum­hurīya at-Tuni­sīya von benʿAlī oder in Ausgaben vom Taschen­buch mit Reis­ver­schluss bis zur Mosche-Aus­gabe wie beim Muṣḥaf al-Ǧāmaharīya von Muʿam­mār al-Qaḏ­ḏāfī. Wie man an diesen beiden sehen kann sind sie oft mit dem Namen eines Führers ver­bunden. Der Muṣḥaf Maṣr etwa als "Muṣḥaf as-Sīsī".
Bezeichnend für diesen "modernen" Staatskoran ist, man man ihn eher als App findet, denn als gedrucktes Buch.
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in der App

Lybien

Tunesien

Marokko

Vermutlich den ersten ließ Hasan II 1391/1971 zu seinen Ehren machen.
es gab Nachdrucke; offzielle erschien er in Casa­blanca in Dār al-Kitāb, in Wirklich­keit wurde er in Kairo gedruckt. Der quranische Text nahm 677 Seiten. Das Nachwort sagte nurt etwas über die Personen, die invol­viert waren, nichts über die Quellen, keine Über­lieferungs­kette und Der­gleichen.
Zum 25. Thronjubibläum ließ er den "Siebener" pro­duzieren: groß und in Farbe, und einfach schwarz-weiß: Sieben marokka­nische Kalli­graphen schrieben ihn und sieben Illumina­toren schufen die Rahmen für die sieben Teile.

Mauretanien

2011

Nachdem Marokko neben dem schwarz-weiß Muṣḥaf auch einen traditionellen mit rot für die Vokalzeichen, grün für die waṣl-Punkte (Vokal falls hier eingesetzt wird) und goldgelb für ḥamzat al-qaṭʿ gibt es seit 2022/24 (?) auch einen solchen in Mauretanien
in 30:35 haben sie ein Alif weniger als andere:








Bosnien

Es gibt keinen Koran des Gesamt­staates, wohl auch keinen der kroatisch-bosnia­ki­schen Födera­tion. Der "Staats­koran" hat kein Titel­blatt, weder in arabi­schen, noch in latei­nischen oder kyrilli­schen Buch­staben, es gibt keine Pagi­nierung, keinen Index, kein Impressum, lediglich, die Angabe, dass er in der Yıldız Drucke­rei (İstan­bul) gedruckt worden sein und das sich die Hand­schrift in der Gazi-Husrev-Beg Biblio­thek in Sarajewo unter der Katalog­Nr R.12 befinde, dass er von Aḥmad Muḥammad al-Muḥaǧir ad-Da­ǧis­tā­nī in Makka geschrie­ben und von Faḍil Baša Šerif­ović gespendet sei. Er ist also ent­weder ein Koran der muslimischen Gemein­schaft oder sogar nur der Bibliothek.
Obwohl von einem osmani­schen Würden­träger ge­spendet, ist es kein lupen­rein osmanischen muṣḥaf: er zeigt persi­schen Ein­fluss: sowohl das wa-/und am Schluss einer Zeile wie die Form des Binnen-hehs, das meist nach unten geht.
Keine Assi­milie­rung, kein iqlāb-mīm.
Bemerkenswert in 2:7 /al-ʾāḫiri/ mit einem hamza-Zeichen im alif-lām.

Jemen

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وملاىه II

إذا اتخذنا الآية الرابعة من سورة إبراهيم (١٤:٤) منطلقاً: «وَمَا أَرْسَلْنَا مِن رَّسُولٍ إِلَّا بِلِسَانِ قَوْمِهِ لِيُبَيِّنَ لَهُمْ»، يتضح...